Leitbild

Für uns gilt, was die Gründerin unserer Einrichtung, Agnes Neuhaus, schon vor fast einhundert Jahren sagte und glaubte:

Es ist unendlich viel zu machen und zu helfen, wenn nur jemand da ist, der es tut.

Man muss die Dinge wachsen lassen, wie man eine Knospe nicht mit Gewalt aufbrechen darf.

Jede liebevolle Tat wirkt irgendwie weiter, ob wir es beobachten oder nicht.

Für uns in Haus Conradshöhe heißt das:

Wir sind da; tun, was wir können und helfen, wenn es geht, bis zur Selbständigkeit.

Wir bieten einen Lebensraum mit christlichen Werten zum Wachsen, und unsere fachliche Kompetenz „als Dünger“.

Wir glauben an die Wirkung unserer Hilfe, ob diese nun messbar ist oder nicht.

Organigramm

Unser Organigramm gibt eine kurze Übersicht über unsere Struktur.

Leitung/Ansprechpartner

Peter Wilks

Peter Wilks

Geschäftsführung

Gabriela Safaei

Gabriela Safaei

Stellv. Einrichtungsleitung

Thomas Arend

Thomas Arend

Pädagogische Leitung

Monika Bierbaum-Luttermann

Monika Bierbaum-Luttermann

Pädagogische Leitung

Juliana Bockheim

Juliana Bockheim

Leitung Psychosozialer Dienst

Katrin Dorgeist

Katrin Dorgeist

Verwaltungsleitung

Birgit Kranzusch

Birgit Kranzusch

Leiterin Clearingstelle "Clara"

Manuela Borgmann

Manuela Borgmann

Koordinatorin Ambulanter Dienst

Transparenz

Wir sind Unterzeichner der Selbstverpflichtungserklärung der Initiative transparente Zivilgesellschaft. Daher geben wir hier gerne Auskunft über unsere Einrichtung und ihre Strukturen.

  1. Name, Sitz, Anschrift und Gründungsjahr unserer Organisation

Haus Conradshöhe gGmbH, Eichelhäherstr. 19, 13509 Berlin, seit 01.01.2014 eine gGmbH. Seit 1906 im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe tätig.

  1. Gesellschaftervertrag

Unsere Gesellschafterin ist der Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V. mit Sitz in Dortmund. Zweimal jährlich finden die Gesellschafterversammlungen statt. Der Gesellschaftervertrag wurde zum 01.01.2014 geschlossen.

 

  1. Datum des jüngsten Bescheides vom Finanzamt über die Anerkennung als steuerbegünstigte (gemeinnützige) Körperschaft, sofern es sich um eine solche Körperschaft handelt

Unser aktueller Freistellungsbescheid gilt für das Jahr 2015 und wurde am 09.12.2016 ausgestellt.

 

  1. Name und Funktion der wesentlichen Entscheidungsträger

Geschäftsfüher: Peter Wilks
Gesellschafterversammlung:
Dr. Anke Klaus, Vorsitzende SkF Gesamtverein
Ulla Dietz, stellv. Vorsitzende SkF Gesamtverein
Renate Jachmann-Willmer, Bundesgeschäftsführerin SkF Gesamtverein
Ute Pällmann, stellv. Bundesgeschäftsführerin SkF Gesamtverein

 

  1. Bericht über die Tätigkeiten unserer Organisation: zeitnah, verständlich und so umfassend, wie mit vertretbarem Aufwand herstellbar

Tätigkeitsbericht 2015

Haus Conradshöhe hat sich seit seiner Gründung im Jahre 1906 von einem durch Ordensschwestern geführten Kinderheim zu einem komplexen Jugendhilfezentrum und einer Behindertenkleinsteinrichtung in Trägerschaft des „Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V.“ (SkF) entwickelt.

Zum 1.1.2014 gab es einen vollständigen Betriebsübergang in die „Haus Conradshöhe gGmbH“, deren alleiniger Gesellschafter der SkF Gesamtverein e.V. ist.

In der Berliner Landschaft der Jugend- und Behindertenhilfe fungiert die gGmbH seither als eigenständiger Träger.

Haus Conradshöhe ist Mitglied im „Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.“, im „Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e.V.“ (BVkE) sowie in der „Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen“ (IGFH).

Die Einrichtung hat ca. 110 MitarbeiterInnen, davon ca. 65 im pädagogisch-therapeutischen Bereich. Alle Angestellten der Haus Conradshöhe gGmbH werden nach den Arbeitsvertragsrichtlinien des Caritasverbandes (AVR-Caritas) vergütet.

Standorte

Im Berliner Bezirk Reinickendorf, im Ortsteil Konradshöhe, befindet sich die Haupteinrichtung auf einem ca. 23.000 qm großen Gelände. Dort sind in zwei großen Gebäudekomplexen acht Wohngruppen für Kinder, zwei Wohngemeinschaften und mehrere Apartments für Jugendliche mit insgesamt 72 Plätzen, eine Inobhutnahmestelle für Jugendliche mit 9 Plätzen und eine Behinderteneinrichtung für Erwachsene mit 9 Plätzen untergebracht. Daneben gibt es diverse Therapie-, Verwaltungs-, Freizeit- und Serviceräume.

Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf befindet sich in einer Stadtvilla aus der Gründerzeit die Familientherapeutische Clearingstelle mit Krisenwohnung für Kinder („Clara“) mit 10 Plätzen.

Die Haus Conradshöhe gGmbH ist Pächterin beider Immobilien, die sich im Eigentum des SkF Gesamtverein e. V. befinden.

Diverse angemietete Objekte verteilen sich im Bezirk Reinickendorf: Eine Wohngemeinschaft mit 3 Plätzen, eine Trainingswohnung mit 2 Plätzen sowie Einzelwohnungen für Jugendliche / junge Erwachsene.

Leistungsangebote

Die betreuten Kinder und Jugendlichen sind zwischen wenigen Monaten und 18 Jahren alt. Je nach Bedarf gibt es unterschiedliche Betreuungsformen: Familienanaloge Wohngruppen mit innewohnenden BetreuerInnen, Schichtdienstgruppen, eine Mädchenwohngruppe, Verselbständigungsbereiche (WGs oder Apartments) und das Betreute Einzelwohnen in eigenen Wohnungen.

Haus Conradshöhe ist über Jahrzehnte mit heilpädagogischen Leistungen bekannt geworden und richtet seine modernen intensivpädagogischen Angebote an eine Zielgruppe, deren Bedarf die üblichen Regelleistungen der stationären Jugendhilfe übersteigt und daher intensiv gefördert bzw. therapeutisch begleitet werden muss.

Neben den umfangreichen stationären Angeboten gibt es einen Ambulanten Dienst, der ca. 15 Familien in Reinickendorf sozialpädagogische Hilfe bietet.

Grundlage der Betreuungen ist das SGB VIII. Die individuellen Bedarfe werden in Hilfeplanverfahren mit den unterbringenden Jugendämtern festgelegt.

Die Behinderten-Kleinsteinrichtung bietet erwachsenen Menschen mit geistigen und/oder psychischen Behinderungen einen sehr überschaubaren und familiären Rahmen, für einige Bewohnerinnen schon seit mehreren Jahrzehnten. Hier ist das SGB XII die gesetzliche Grundlage.

Finanzierung

Die Haus Conradshöhe gGmbH trägt sich durch die erzielten Entgelte für die Unterbringung, Betreuung bzw. Therapie der o. g. Klienten. Die Entgelte werden mit der Senatsverwaltung für Bildung Jugend und Wissenschaft (SGB VIII) bzw. der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales (SGB XII) in Trägerverträgen festgelegt und unterliegen einer kontinuierlichen Qualitätskontrolle. Die Kosten werden von den bezirklichen der Trägern Jugend-, Sozial- bzw. Eingliederungshilfe übernommen.

In vergleichsweise sehr geringem Umfang sind Spenden zu verzeichnen.

  1. Personalstruktur:

Hauptberufliche Dienstnehmende

109

Honorarkräfte

10

Geringfügig Beschäftigte

4

Ehrenamtliche

5

  1. Mittelherkunft

Wir beziehen unsere Mittel fast zu 100 % aus öffentlichen Geldern.

GuV in Kurzform folgt.

  1. Mittelverwendung

Wir verwenden die uns zur Verfügung stehenden Mittel ausschließlich für den vereinbarten Zweck. Die meisten Aufwendungen betreffen die Personalkosten sowie die Kosten für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen.

  1. Gesellschaftsrechtliche Verbundenheit mit Dritten, z.B. Mutter- oder Tochtergesellschaft, Förderverein, ausgegliederter Wirtschaftsbetrieb, Partnerorganisation

Unser alleiniger Gesellschafter ist der Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V..

  1. Namen von juristischen Personen, deren jährliche Zuwendung (incl. Beiträge, Leistungsentgelte, Gebühren, Projektmittel, Spenden, etc.) mehr als zehn Prozent unserer gesamten Jahreseinnahmen ausmachen.

 Keine

 

Chronik

1906

Erbauung des ersten Teils des heutigen Hauptgebäudes als Heim für gemüts- und geisteskranke Erwachsene durch die Geschwister Lentz.

1921-30

Erwerb des Gebäudes durch die Zentrale des Katholischen Fürsorgevereins für Mädchen, Frauen und Kinder e.V. Dortmund, dem heutigen Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V. im April 1921. Übernahme der Leitung und Erziehung durch den Orden der Hiltruper Schwestern. Haus Conradshöhe stellte sich zur Aufgabe, arme, kranke, arbeits- und obdachlose Mädchen aufzunehmen, sie in allen Haus- und Handarbeiten auszubilden und zu erwerbsfähigen Menschen heranzuziehen. Auf Drängen der Behörden wurde eine Krankenstation für geschlechtskranke jugendliche Mädchen eingerichtet. Die Belegungszahl betrug 1923 zwischen 60-80 Mädchen im Alter von 14 bis 21 Jahren.

1928 wurde das Grundstück nach der West- und Südostseite erweitert und der Garten angelegt. Am 31.Oktober erfolgte die Grundsteinlegung für die Kapelle und einen neuen Wohnflügel. Damit waren Plätze für 140 schulentlassene jugendliche Mädchen geschaffen. Sie wurden im Schneidern, Nähen, Waschen, Plätten, im Gartenbau und in der Vieh- und Land-wirtschaft ausgebildet.

1931

Erweiterung der Wirtschaftsräume um Stall und Scheune.

1932

Einrichtung einer eigenen Bäckerei.

1933

Von 1933 bis zum Zusammenbruch des Nationalsozialismus 1945 befand sich in Haus Conradshöhe die Aufnahme- und Beobachtungsabteilung für alle in Berlin der Fürsorge überwiesenen katholischen Mädchen. Die Einweisung erfolgte über die Berliner Behörden hinaus auch von den Jugendämtern des Reiches. Haus Conradshöhe war als Kranken- und Erziehungsheim anerkannt.

1945

Vorübergehende Einrichtung einer Wöchnerinnen-Abteilung vor allem für Frauen aus der direkten Umgebung. Am 1. Juli 1945 wies die Statistik 52 Mädchen und 8 Kinder auf. Am 14. August 1945 wurden 50 schulpflichtige Flüchtlinge und Waisen, Mädchen und erstmalig auch Jungen, aufgenommen. Der Unterricht erfolgte im Haus.

In den folgenden Jahren stieg die Belegungszahl stark an.

1961-62

Neubau einer Schule für die 79 heiminternen Schulkinder, da vermehrt schulpflichtige Kinder und immer weniger schulentlassene Mädchen zur Aufnahme angefragt wurden. Zunehmend Aufnahme auch evangelischer Kinder.

1965-66

Neubau des „Kinderhauses“. Beginn der Umstrukturierung zu einem „familiengegliederten Kinderheim“ mit mehreren Wohneinheiten mit je 15 Kindern.

1968

Neubau der Schwimmhalle

1973

Die Aufgaben der Ordensschwestern werden verstärkt durch weltliches Personal übernommen.

1977

Erklärung des Heims zum heilpädagogischen Kinder- und Jugendlichenheim durch die Senatsverwaltung von Berlin für 84 Plätze, dadurch Schaffung der Möglichkeit, SozialpädagogInnen und PsychologInnen im gruppenergänzenden Dienst einzustellen.

1981-87

Beginn der Binnendifferenzierung: Aufbau von Erziehungswohngruppen mit Innewohnenden sowie der Verselbständigungsbereiche und einer Wohngemeinschaft für Jugendliche. Anmietung von Wohnungen für Betreutes Einzelwohnen.

1990

Aufbau des Psychosozialen Dienstes (PSD)

1993

Verabschiedung der letzten Ordensschwestern aus dem Erziehungsdienst

1998

Inbetriebnahme einer Erziehungsstelle in Berlin-Neukölln

2000

Abschluss der Entwicklung vom Heim zum Jugendhilfezentrum:

Einrichtung des Ambulanten Dienstes

Etablierung der Behindertenkleinsteinrichtung (BHC) als eigenständiger Bereich

2001

Aufbau der Inobhutnahmestelle für Jugendliche

2003

Einrichtung der Familientherapeutischen Clearingstelle mit Krisenwohnung für Kinder (Clara) in Berlin-Steglitz

2008

Flexibilisierung der Jugendlichenbetreuung