| Psychosozialer Dienst - Familienarbeit |
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Kinder und Jugendliche im Heiin sind ständig (z.B. nach jedem
Besuchswochenende) hin- und hergerissen zwischen zwei Welten
- der tiefen Bindung an ihre Herkunftsfamilie auf der einen
und dem emotionalen Sicheinlassen auf ihre "Ersatzfamilie" in
der Gruppe auf der anderen Seite.
Daneben haben die Erzieher/-innen den Auftrag, die Kinder
wieder "in Ordnung zu bringen", ohne dabei wesentliche
Einflußmöglichkeiten auf die Gestaltung der häuslichen
Situation zu besitzen. So entstehen Schwierigkeiten zwischen
Erziehern/-innen und Eltern, die sich in inangelnder Koope-
ration, gegenseitiger Ablehnung und Abwertung, Konkurrenzverhalten und oft auch Hilflosigkeit und Ohnmachtsgefühlen
auf seifen der Erzieher/-innen ausdrücken können.
Besonders die Kinder geraten jedoch dabei in schwere
Loyalitätskonflikte, von denen sie sich oft auf vielfältig
auffällige und insbesondere für sie selbst belastende Art zu
lösen versuchen.
So behalten Kinder u.U. störende Verhaltensauffälligkeiten,
wie Lügen, Einkoten, Bettnässen, auch bei, um (unbewußt)
ihren Eltern die Treue zu halten: "Ich bin zwar von Euch
weggegangen, aber die im Heim schaffen's auch nicht besser
mit mir als ihr".
.
Hier wird offensichtlich, daß nur ein Einbeziehen der jeweils
beteiligten Erwachsenen den Kindern aus diesen Konflikten
heraushelfen kann. Familiengespräche nehmen ie Eltern in ihrer Elternl.
Verantwortung ernst und geben dem Kind gerade dadurch die Freiheit, sich auf die Beziehungen im Heim einzulassen.
In unserer Falllilienarbeit gibt es neben dem Gespräch aller
mit allen auch nonverbale Methoden zur Darstellung und zum
Erleben von familiären Beziehungsmustern und der Rolle jedes
einzelnen darin (Familienskulptur, Stammbaum, gemeinsames
Malen etc.).
Grundsätzlich ist es vorteilhaft, nach Möglichkeit alle
Familienangehörigen - auch Geschwister, Großeltern etc. -
einzuladen und kennenzulernen.
Familiengespräche können aus verschiedenem Anlaß, in unterschiedlichstem Setting (in der Regel jedoch unter Beteiligung
der Bezugserzieher/-innen) und je nach Intensität des
Prozesses mit sehr verschiedenen Zielen sinnvoll sein:
Unterscheiden lassen sich z.B. Familiengespräche als
- diagnostische Sitzungen (besonders im Aufnahmeprozeß),
- 0 themenzentrierte Familiengespräche, z.B. eine begrenzte
Anzahl Sitzungen zur Klärung eines umschriebenen Problems,
und
- langfristige Familiengespräche als kontinuierliche Beraratungsprozeß.
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